Künstler

Hermann

Bartels



No. 7, 1955, Fleckenbild, Öl auf Leinwand, 90 x 75 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Helmut Bauer, Ingolstadt

Skizze für Combine-Gruppe, 1980, Gouache, Kugelschreiber und Bleistift auf weißem Karton, 65 x 50 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Helmut Bauer, Ingolstadt

No. 344, Waagerechte Streifenüberspannung, 1965, Acryl, Öl, Harzfarbe auf Leinwand, auf Spanplatte aufgezogen, 89,5 x 70 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Helmut Bauer, Ingolstadt

No. 57, Lapalissade, 1959, Harz und Öl auf Jute, 75 x 95 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Foto: Helmut Bauer, Ingolstadt

Hermann Bartels (* 1928 in Riesenburg / Westpreußen, † 1989 in Düsseldorf) setzte sich mit der Objekthaftigkeit von Malerei und dem Ausbrechen aus der zweidimensionalen Leinwandfläche auseinander.

In den 1950er Jahren arbeitete Bartels noch mit dick aufgetragenen Farbmassen und einem expressiv-intuitiven Pinselstrich und stand der ZERO-Bewegung nahe. Ab den 1960er Jahren entwickelte er die einzigartige Technik der Streifenüberspannung, bei der er farbige Leinwandstreifen über eine weiß grundierte Leinwand parallel nebeneinander setzte. Mit dieser Methode überführte Bartels die Leinwand in ein Relief, das stärker als zuvor auf Licht und Schatten reagieren konnte. Neben der Untersuchung des dreidimensionalen Bild-Objekts spielte für Bartels auch die Farbe eine entscheidende Rolle – sei es in seiner informellen und monochromen Malerei oder bei den variablen Parallelmontagen, bei denen er streifenförmige Leinwände zu einem Werk konstruierte.

2010 wurde Hermann Bartels in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt aufgenommen und mit einer Einzelausstellung sowie einem Katalog im MKK vorgestellt.

 

Biografie

1928 in Riesenburg / Westpreußen geboren
1945 Notabitur/Marinehelfer
1946–1948 Drechslerlehre in Lüneburg, danach Tischlerpraktikum, danach
Buchhändlerlehre, währenddessen privater Kunstunterricht bei Kurt Bernecker
1948–1952 Ausbildung im Atelier Bernecker in Lüneburg
1952–1960 Wohnsitz in Frankfurt am Main
1952–1954 von Landschaften abstrahierte Bilder
1955 Kontakt zur Frankfurter Künstlergruppe "Quadriga"
1955–1956 weißgrundige Farbflecken-Bilder
1957 Aufenthalt in Lausanne und Vevey / Schweiz, erste Einzelausstellung (L’Entracte galerie d’art moderne)
1957–1959 informelle Bilder mit einer dominierenden Farbe
1959–1963 monochrome Spachtelbilder
1960 Umzug nach Düsseldorf und Mitglied der neu gegründeten Galerie dato (Gründer: R. Kowallek, Mitglieder: A. Rainer, O. Piene, H. Mack, O. Holweck, H. Goepfert)
1961 Reisen in die Niederlande, Kontakt zur Gruppe nul
1962 Teilnahme an Ausstellung der ZERO Gruppe in Galerie Schindler, Berlin
1989 gestorben in Düsseldorf
2010 Übernahme des Nachlasses in die Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt